Neulich, abends in der innerdeutschen Business der Lufthansa wurden die Snacks gereicht. An sich ja nichts ungewöhnliches. Aber diesmal gab es statt dem üblichen Plastiktray einen auf einer rechteckigen Grundfläche gefalteten Brotzeitbeutel, schön mit Schleifchen oben drauf.
Da macht das Auspacken Spaß, der Spieltrieb ist geweckt.
Man konnte das Stauen, Lachen und die Freude in der gesamten Business spüren.
Eine tolle Idee, liebe Lufthansa. Weiter so!
11. August 2010
10. August 2010
SAS - das war aber gut
Gestern habe ich über SAS geschimpft, heute möchte ich sie aber auch loben. Denn einmal haben sie mich wirklich beeindruckt, vor Jahren. Da flog ich mit der SAS nach Seattle. Und wieder zurück. Auf dem Rückflug vergaß ich mein Handy in der Lounge, ohne, daß ich das bemerkt hätte.
Ich saß schon in der Maschine. Da kam die Lounge-Mitarbeiterin, schwenkte ein Handy und fragte, wer das vergessen habe. Es war meins.
Das war wirklich mal außerordentlich gut.
9. August 2010
SAS - so läuft das nicht...
Und gleich noch ein Fall, in dem die StarAlliance zeigt, daß eben StarAlliance doch nicht StarAlliance ist...
Scandinavian. Weiterflug aus Bangkok. Ich hatte ausnahmsweise nur Premium Economy gebucht. Und wollte am Check-In in die Business gegen Meilen upgraden. Dort stand dann sogar ein Schild, daß die Mitglieder des Meilensammelprogrammes von SAS besonders günstig upgraden dürfen. Die Business war also bei weitem nicht voll.
Doch: Wer nicht bei SAS seine Meilen sammelt, der muß bis spätestens 24 Stunden vorher upgegradet haben. Da konnte man auch nichts machen.
Eine Unverschämtheit. Die Business ist leer, sie wird per Discount-Upgrade angepriesen wie Gammelfleisch. Aber "zahlungwillige" Passagiere werden ausgeschlossen. Weil sie im falschen Programm sind. Ich werde mein Programm wiederum nicht wechseln. Und in Zukunft eher weniger häufig mit SAS fliegen.
So einfach funktioniert die Abstimmung mit den Füßen.
Und, liebe SAS, wie Ihr merkt: Wer schlechte Erfahrungen macht, der erzählt sie weiter. Sowas schadet der Neukundengewinnung und Altkundenbindung...
8. August 2010
Air Canada - so kann man das auch machen...
Als ich gestern von der Unverschämtheit von United berichtete, fiel mir ein negatives Glanzlicht von Air Canada ein: Auch dort ist Business Class Gast nicht gleich Business Class Gast.
Dabei ist deren (internationale) Business nicht schlecht, eine First gibt es nicht: Durch die grätenförmige Anordnung der Sitze, ca. um 45° gedreht zur normalen Position wird geschickt mehr Platz geschaffen. Es entsteht eine kleine Pseudo-Kabine, die viel Privatsphäre schafft. Zumindest für den Alleinreisenden ist das sehr angenehm. Für ein Paar stelle ich mir das eher unkommunikativ bis unkuschlig vor. Jedenfalls soweit ich das gesehen habe, gibt es nur eine Art Durchreiche, über die man sich da unterhalten kann.
Aber was mich dort am meisten irritierte: Während der Startvorbereitungen wurden die Gäste in der Business gefragt, wer was zum Essen möchte. Das ist üblich. Das die Stewardess dazu aber im Zick-Zack durch die Kabine eilt, um erst das Air Canada Äquivalent zum HON, dann Air Canada Gold, StarAllliance Gold und dann die restlichen Passagiere nach ihren Wünschen zu befragen, fand ich eher unpassend.
Das lässt sich deutlich diskreter realisieren, wenn man denn schon die "eigenen" Gäste den Gästen der Partner vorziehen möchte. Was eigentlich nicht das Ziel der StarAlliance sein sollte und für mich als Fluggast völlig inakzeptabel ist.
Ich werde nicht von "meinem" Meilenprogramm zu Air Canada wechseln. Aber ich nehme das verärgert war und werde diesen StarAlliance Partner künftig tendentiell meiden.
7. August 2010
United - oh Mann...
Heute haben die es wirklich wieder auf die Spitze getrieben. Die Check-In-Schote habe ich ja schon berichtet. In dem dann anschließenden Flug in ihrer an eine vorsintflutliche Business erinnernden inneramerikanischen First wurde es dann auch nicht besser.
Die schön breiten Sitze, es muß ja auch ein übergewichtiger Einheimischer schmerzfrei hingezwängt werden können, verfügen über eine Kopfstütze. Die in der Höhe verstellbar ist. Das ist auch wichtig. Denn die Kopfstütze ist nicht etwa nahtlos integriert, sondern in einem gigantischen Werk amerikanischer Ingenieurkunst einfach aufgesetzt worden. Das gibt etwa auf dem ersten Brustwirbel eine schöne Kante in der Rückenlehne.
Also schiebt der geneigte Fluggast die Kopfstütze nach oben. Und ich nutze die Gunst der Stunde, noch vor dem Start gemütlich ins Reich der Träume auszuwandern.
Bis mich dann je ein Schlag in den Nacken rausriss. Meine Kopfstütze, dieses unglaubliche, gigantische Sicherheitsrisiko war von der liebreizenden Stewardess nach unten befördert worden. "It needs to be down for take off". Völlig verdattert, aus dem Schlaf gerissen suchte ich nach der Rückenlehneneinstellung.
Erst Sekunden später kapierte ich, daß diese ehrenwerte Mitarbeiterin dieser ach so serviceorientierten Fluchgesellschaft meine Kopfstütze meinte.
Die Perserette, die das beobachtet hat, fragte dann noch blöd, ob sie mich getroffen hätte. Wozu mir nur einfiel: "Even worse, she woke me up".
Warum kapiert United nicht, daß ein schlafender Passagier ein guter Passagier ist? Wenn ich schlafe, bin ich zufrieden und kann nicht meckern...
United - unglaublich unverschämt...
Da kommt man bei United mit einem internationalen First Class Ticket in den USA zum Check-In. Reiht sich brav in die Warteschlange ein. Drängelt sich einer vorbei zum Check-In. Ich konnte mir als (eigentlich) nächster in der Schlage nicht verkneifen, hörbar zu kommentieren, daß ich vorher da stand. Meint die geschätzte Mitarbeiterin am Check-In: "Er hat ein First Class Ticket" "Ich auch".
Der Kunde wurde trotzdem vorher bedient - und mir wurde mit ausgestrecktem Mittelfinger, so wie man einem Schulkind erzählt, daß es sich daneben benommen hat, erklärt, daß er als First Class Passagier Vorrang hätte. Da sei es egal, daß ich ein Lufthansa First Class Ticket habe und einen United First Class Zubringer.
Liebe United, dafür gibt es den Unverschämtheitspreis.
4. August 2010
Amex - So wirbt man professionell
Die liebe American Express. Eine schöne Kreditkarte mit netten Services, wenn man viel reist. Etwas teuer. Dafür meistens ok im Service. Meistens. Neulich gab's da mal einen Zwischenfall. Der mittlerweile halbherzig aufgeklärt ist. Der Service in dem Zusammenhang - grauenhaft. Beschwerde eingeschlossen.
Doch was jetzt kam, toppte das Ereignis in grotesker Weise. Rief mich eine Amex-Dame an und erkundigte sich höflich in Säuselstimme, ob ich denn mit Amex noch zufrieden sei. Und ich antworte wahrheitsgemäß: "Nein". - "Ja, warum denn das" - "Es gab' da ein Problem, das noch nicht vollständig gelöst ist und das ist sehr ärgerlich" - "Oh, das tut mir aber leid. Ich habe da für Sie ein Angebot" - "Aha"
Dabei dachte ich mir: Gratis-Upgrade auf den nächsten Kartenlevel? 1.000.000 Membership Reward Points als Entschädigung?
Doch es kam schlimmer: "Wir haben da eine neue Versicherung, die Ihre Karte noch wertvoller macht." In dem Moment verfluchte ich mich, daß ich ans Telefon gegangen war. Da kann nichts vernünftiges mehr kommen. Nun gut. Sie labert in Säuselstimme abgelesenes Geseier los, daß es jetzt eine Versicherung gegen geschlechtsspezifischen Krebs gebe. Ob ich denn wisse, wieviele Männer im Jahr Deutschland an "Proooost-aaaa-taaa-Krebs" erkrankten.
Die Antwort fiel mir schwer, weil ich ob der bescheuerten Aussprache des Wortes erstmal durchatmen mußte, um nicht in Lachen auszubrechen. Wie blöd ist das? Die Dame wirbt für eine Versicherung gegen Hoden- und Prostatakrebs, denn das ist die Auswahl der geschlechtsspezifischen Krebserkrankungen beim Mann, und kann schon mal eines der beiden betroffenen Organe nicht richtig aussprechen.
So wirbt die Werbung gleich seriös.
Doch es kam besser: Ich sei außerdem gegen Invalidität versichert, ab dem ersten Prozent Behinderung erhalte ich schon von den 100.000 EUR Versicherungssumme einen entsprechenden Anteil. Und nun rechnete sie vor: "Sollte Ihnen also aufgrund einer Krebserkrankung ein Hoden entfernt werden, erhalten Sie 30.000 EUR."
Das war der nächste Moment, wo ich dieses Verkaufsgespräch am Liebsten auf Band gehabt hätte. Oder, um einen Bekannten, dem ich davon erzählte, zu zitieren: "Was, Deine Hoden waren Teil des Verkaufsgespräches?"
Für nur 17,60 im Monat könne ich mich versichern. Warum ich das nicht wolle, fragte sie entsetzt. Es sei doch so günstig. Alles per Telefon.
Und so seriös.
Liebe Amex: So funktioniert das nicht. Die Kundschaft ist nicht dumm. Und diese Versicherung überflüssig...
Künftig, liebe AmEx, spielt wenigstens im Hintergrund diesen Song.
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